Love yourself: Wie die #femtech-Marke femtasy erst Deutschland und dann die ganze Welt erobert!

femtasy, ein kleines Startup aus Berlin hatte eine Aufgabe: Frauen dabei zu helfen, sich noch intensiver selbst zu lieben. Wait… what? Richtig gehört! Wie die richtige Mischung aus Sextech-Geschäftsidee, Unternehmergeist und uns als Social Media Agentur weltweit skalieren kann, zeigen wir mit diesem Case. Ready, set, love!

Ein bisschen dirty darf’s sein – aber nicht zu viel!

femtasy bietet erotische Hörgeschichten für Frauen im Abo-Modell an – also ein kleines “Dirty Audible” 😈. Die Geschichten reichen von soft bis derb und bilden alle möglichen Phantasien ab. Die Herausforderung an diesem Case: Auch, wenn femtasy weit weg von billigem 08/15 Porno ist, ist es dennoch ein erotisches Thema. Und das ist für Facebook/Instagram ein tiefrotes Tuch, weil die Vermarktung von Erotik genau genommen gegen die Facebook Policies verstößt. Trotzdem ist femtasy heute ein Big Spender in den sozialen Netzwerken. Geschafft haben wir das folgendermaßen:

  • Wir achteten streng darauf, die Kernaussage jeder einzelnen Anzeige doppeldeutig zu halten. Dem Facebook Algorithmus wurden keine Anhaltspunkte geliefert, die zu einer Ablehnung der Anzeige oder gar zur Sperrung des Accounts führen könnten.

FemtasyHier eine kleine Auswahl von Ad Creatives mit einer gewissen Doppeldeutigkeit, ohne das Thema beim Namen zu nennen.

  • Ein wesentlicher Teil dieser Herangehensweise spiegelte sich in der Ausrichtung und Copy wider: Wir konzentrierten uns auf die Themen “Voice”, “Zeit für mich” und “Sich selbst Gutes tun”. Das Ergebnis stand im Fokus und nicht die erotische Audiogeschichte an sich. </liY
  • Die Optimierung der Copy brachen wir bis auf einzelne Wörter hinunter, um die Copy zu entwickeln, die richtlinienkonform ist und gleichzeitig die besten Ergebnisse liefert.
  • So performten beispielsweise Ads, die das Wort “intensiv” beinhalteten, wesentlich besser als “aufregend”. Die Vermutung lag nahe, dass “intensiv” stärker mit dem kommunizierten Ergebnis in Verbindung gebracht wurde.
  • Ein weiterer wichtiger Punkt: Wir entwickelten angepasste Social Media Landingpages, auf denen wir das Wording den Richtlinien anpassten. Die herkömmliche Landingpage – die im Rahmen von Überprüfungen stichprobenartig gecheckt wird – war dann doch ein wenig zu heiß für Facebook und Instagram 😬

Und was lernen wir daraus?

Skalierung war aufgrund der schnellen ersten Erfolge natürlich schnell ein Thema, worauf wir gleich noch etwas genauer eingehen. Spannend waren für uns die Learnings, die wir auf diesem Weg generierten:

  • Das grundsätzliche Setup teilen wir immer in Neukundengeschäft sowie unterschiedlichste Retargeting-Kampagnen auf. Die Retargeting Kampagnen wiederum steuerten wir an verschiedene Zielgruppen aus, von Webseitenbesuchern generell bis hin zu Warenkorbabbrechern, die schon sehr nah am Kauf waren.
  • Jede Besuchergruppe bekommt natürlich entsprechende Angebote und Anzeigen in den eigenen Feed gespielt, um den nächsten Schritt zu triggern.
  • Das grundsätzliche Setup ist gelernt, allerdings braucht es natürlich auch bei femtasy ein individuelles Konzept. So mag man beispielsweise meinen, dass es sich hier um ein Nischenthema handelt. Doch tatsächlich ist genau das Gegenteil der Fall. Edel verpackt ist Sextech eines der großen Themen der nächsten Jahre.
  • Die Tatsache, dass grundsätzlich jede Frau potenzielle Kundin von femtasy ist, ist gut und schlecht zugleich. Die Zielgruppe ist riesig! Aber eine Kommunikationsstrategie, die jeden anspricht, spricht in meisten Fällen niemanden an. Verschiedenste Test zeigten unter anderem, dass neben den oben beschriebenen Kommunikationszielen vor allem lokal ausgesteuerte Kampagnen ein großer Gewinn waren.
  • Zusätzlich fuhren wir beispielsweise in Corona-Zeiten Ads, die lokal und Corona-Gegebenheit verbanden – der dezente Hinweis: Erlebe die Zeit zuhause “intensiver”. 😅
    Insofern ist die Segmentierung der Zielgruppe auf lokaler Ebene bei femstasy ein wesentliches Thema, um erfolgreich zu werben.

Keine Spur von Schmuddel-Content. Stattdessen das Hervorheben von Sinnlichkeit und die Schönheit des Unperfekten.

Bei klassischen Performance Cases steht das technische, also Targetings, Kampagnenstruktur oder Zielgruppenaufbau, wesentlich mehr im Fokus, als es bei femtasy der Fall war. femtasy ist ein Performance Case, der vor allem über die inhaltliche Komponente kam und bei dem Zielgruppen Insights und Emotionen in der Ansprache ausschlaggebend waren, um zu wachsen. Apropos Wachstum. Wie die Reise bei femtasy aussah, folgt jetzt.

Sex sells – Sextech sells better

Die Anfrage von femtasy-Gründerin Julie kam Mitte 2019. Ein kurzer Blick auf das Geschäftsmodell reichte und wir waren hoooot 🔥🔥🔥 auf das Projekt:

  • Ein damals einzigartiges Produkt mit unerschöpflich großer Zielgruppe
  • In Zeiten von Female Empowerment, #MeToo und Frauenquote entspricht es absolut dem Zeitgeist
  • Zusätzlich passte die Art der Monetarisierung über das Abo-Modell wunderbar zum Kanal Social Media


Die perfekte Kombo! Schnell verständigten wir uns auf einen Piloten und ein kleines vierstelliges Testbudget. Der Pilot sollte dazu dienen, den Enthusiasmus auf beiden Seiten mit Zahlen zu unterstützen.
Ziel war, erste Aboverkäufe zu einem möglichst günstigen CPO zu generieren. Schließlich ist femtasy (damals noch) ein kleines Startup gewesen, das budgettechnisch keine zu großen Sprünge machen konnte.
Da die ersten Kampagnen allerdings direkt durch die Schlafzimmerdecke gingen, wechselten wir nach knapp 4 Wochen in die reguläre Betreuung.
Und das war der Anfang einer großartigen Story! Wir fingen an die Kampagnen zu skalieren. Für noch intensiveren Buzzzzz bei der Zielgruppe.

Skalierung Stufe 1: 100% DACH

Im ersten Schritt der Skalierung widmeten wir uns dem DACH-Markt. Wir wollten ganz Deutschland, Österreich und die Schweiz mit erotischem Content für Frauen versorgen. Jeder sollte femtasy kennen – und ausprobieren. Denn, wer einmal dabei war wollte mehr 🤭

Aufgrund der Kampagnenerfolge im Vorfeld konnten wir das Budget über die folgenden Monate massiv erhöhen. Aus einem Mini-Mediabudget wurde durch sukzessive Erweiterung und Optimierung ein hoher 5-stelliger Betrag pro Monat.

Skalierung Stufe 1,5: Testpilot in den Testmärkten

Auf Erfolgen ausruhen und langsam weitermachen? Never! Zeit für die nächste Phase der Skalierung – oder zumindest die Vorbereitung. Denn der folgende Step sollte der bisher größte sein: Wir wollten gemeinsam mit femtasy den DACH-Raum sättigen – und GLEICHZEITIG die USA, UK und die skandinavischen Länder erobern.
Also auch hier erstmal mit einem kleineren Test den Zeh ins Wasser dippen, um bei Erfolg aufzudrehen.

Product-Market Fit
Kleine Notiz am Rande: Im MVP-Style erst einen Piloten aufzusetzen, macht nicht nur für Produkte Sinn. Grund für diese Herangehensweise ist, das Risiko möglichst zu minimieren. Wir wissen nicht, wie der Markt reagiert. Zwar haben wir umfangreiche Erfahrungswerte, aber in die Glaskugel schauen kann niemand. Unsere Empfehlung ist deshalb immer, neue Märkte, Produkte & Co. lean aufzusetzen, mit einem kleinen Budget durchzutesten, um eine valide Voraussage zu treffen, ob ein Product-Market Fit besteht .

Zurück zu femtasy. Der Test war in diesem Fall relativ einfach:

  • Wir setzen Leadkampagnen über Facebook und Instagram für die Zielmärkte USA, UK und Skandinavien auf.
  • femtasy setzte einfache Landigpages mit Hörproben auf mit der Möglichkeit, Feedback zu hinterlassen
  • Auf der Landingpage gab es nur einen Call-to-Action: “Trag dich ein, um zu erfahren, wann femtasy in deinem Land startet!

War das inoffizielle Land der Pornos (aka USA), UK und das offenherzige Skandinavien bereit für erotische Hörspiele von femtasy? Natürlich! Das Feedback war fantastisch! femtasy ging also mit uns den Schritt der Internationalisierung, um die Welt zu rocken.

Skalierung Stufe 2: Internationalisierung mit 7-stelligem Media Budget

Und was machen wir heute? Die DACH-Kampagnen werden immer größer, die USA und UK-Kampagnen sind angelaufen, der Ad Spend wird 7-stellig – femtasy ist damit zu einem Big Spender im Social Advertising Kosmos geworden. Sogar größer als einige unserer großen deutschen Markenkunden 🤫Und wer weiß, was da noch so passiert…


Es war ein Höllenritt bis hierhin – im positiven Sinne! Und wir freuen uns auf die nächsten Wochen und Monate, denn wir sind längst nicht am Ende und sind sicher: femtasy wird den Begriff femtech prägen, wie wenig andere Unternehmen.