Bundestagswahl 2017: Wer gewinnt den Kampf um die digitale Aufmerksamkeit?

Während Digital- und Kreativagenturen um die digitale Aufmerksamkeit der Wählerinnen und Wähler für die Bundestagswahl wetteifern, zeigt eine Studie, was Studierende von den politischen Kampagnen im Social Internet erwarten. Herausgekommen ist ein Stimmungsbild über bevorzugte Kanäle, Kreativität und die eigene politische Aktivität der Studierenden im Netz. 

Die CDU, #fedidwgugl und Merkel auf Youtube

Durchaus positiv bewertet wird die steigende Kreativität der Kampagnen. So hat z.B. Jung von Matt für die CDU den Hashtag #fedidwgugl ins Leben gerufen. Was  so klingt, als ob Donald Trump mal wieder beim Twittern eingeschlafen ist, soll “für ein Deutschland in dem wir gut und gerne leben” abkürzen. Alleine dieser Hashtag löste eine große Diskussion über die Digitalisierung von Wahlbotschaften auf Twitter aus.

Es ist durchaus auch als Erfolg zu werten, dass Angela Merkels Livestream mit vier Youtubern mehr als 55.000 Menschen erreichen konnte. Dabei konnte auch der Content punkten; die im interviewen teilweise unerfahrenen Youtuber stellten die eine oder andere Frage, die ein Berufsjournalist wohl nicht gestellt hätte.

Die SPD ist mit dem #Schulzzug unterwegs

Auch die SPD versuchte sich mit dem “Schulzzug” an kreativem Marketing. In dem Online-Game, bei dem man Martin Schulz im Zug ins Kanzleramt steuert, muss verschiedenen Hindernissen ausgewichen werden, um die Bundestagswahl zu gewinnen. Dazu zählen unter anderem die Spitzenkandidatin der AFD, Frauke Petry, oder der russische Präsident, Wladimir Putin. Begleitet wurde das Game natürlich durch den passenden Hashtag #Schulzzug.

Auch wenn diese Kampagnen nur ein Auszug aus dem aktuellen Wahlkampf sind, lässt sich doch erkennen, dass digitale Aufmerksamkeit im Wahlkampf immer wichtiger wird. Von den befragten Studierenden stimmte mehr als die Hälfte für “Je kreativer, desto besser”. Dabei machte jedoch das Alter einen Unterschied. Je älter die Befragten waren, desto wichtiger wurden die Inhalte und das Interesse an Kreativität sank.

Twitter, Facebook oder doch Snapchat?

Als wichtigste Plattformen für die Digitalstrategien gehen eindeutig Facebook, mit 46% Zustimmung, und Twitter (43%) hervor. Instagram sehen die meisten Studenten nicht als passende Plattform an. Nur 14% denken, dass sich die Foto-Plattform für das Posten politischer Inhalte eignet.

Von den großen Parteien sind alle Spitzenkandidaten auf Facebook und Twitter vertreten, diese Plattformen sind also bereits Standard. Ob sich weitere Netzwerke für den politischen Dialog etablieren werden, wird die Zukunft zeigen. Während dieser Bundestagswahl spielen neue Kanäle jedoch noch keine große Rolle. 

Auf Instagram ist das Redaktionsteam von Angela Merkel (@Bundeskanzlerin) bereits sehr aktiv, allerdings eher mit internationalen Inhalten und Bildern aus der täglichen Arbeit der Kanzlerin.

Instagram Profil der Bundeskanzlerin
Ansicht des Instagram Profils der Bundeskanzlerin kurz vor der Bundestagswahl 2017

Politisch aktiv werden die wenigsten Studierenden. Die Mehrheit (56%) der Befragten folgt keinem Politiker oder keiner politischen Partei in den sozialen Netzwerken. Dies zeigt sich auch im eigenen politischen Engagement. Knapp die Hälfte der Beteiligten äußert nie ihre politische Meinung im Social Web, nur ein Drittel liked gelegentlich die Beiträge von politischen Parteien. Mit 10% ist das Teilen oder Kommentieren dieser Beiträge eine noch größere Seltenheit. Sogar noch darunter liegt das Verfassen eigener politischer Inhalte in den sozialen Netzwerken. Somit scheint Politik auch heute noch ein heißes Eisen zu sein, über das man mit Freunden oder Familienmitgliedern nicht wirklich gerne spricht.

Herausforderungen für die Bundestagswahl

Somit ergeben sich einige Herausforderungen für Parteien, wenn es um deren Digitalstrategie in der jungen studentischen Zielgruppe geht. Die größte wäre, eine wirklich kreative Kampagne zu entwickeln, welche auch über Inhalte verfügt. Zwar überwiegt bei jungen Studierenden der Anteil derer, die Kreativität höher bewerten als Inhalte, jedoch ändert sich dies mit zunehmen Alter. Letzten Endes müssen hier auch weitere Zielgruppen beachtet werden die sich im Social Internet bewegen, denn die Inhalte sieht schließlich jeder.

Hier der Link mit allen Umfrageergebnissen:  http://www.mtp.org/magazin/mtpanel-ausgabe-3-im-kampf-um-die-digitale-aufmerksamkeit 

Keyvan

Es gab genau zwei Möglichkeiten: Entweder ich rege mich weiter über vermeintliche Social Media und Content Marketing "Profis" auf oder ich tue etwas dagegen - ich habe mich für Letzteres entschieden und gründete 2012 die Hamburger Social Media Agentur media by nature, denn: Ich liebe Facebook, Instagram, Twitter & Co. und weiß genau, welche Taktiken hier für langfristige und nachhaltige Ergebnisse sorgen. Vollblut-Texter bin ich auch noch, meinen Kaffee trinke ich immer schwarz und freie Minuten gehören voll und ganz meiner kleinen eigenen Familie zuhause.