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Facebook-Gewinnspiel: Ihr Guide zu Richtlinien, Strategie und Auslosung

Wer kennt sie nicht, Aufforderungen wie „Like und kommentiere diesen Beitrag, um am Gewinnspiel teilzunehmen“? Facebook-Gewinnspiele scheinen eine erstklassige Methode zu sein, neue und alte Fans anzulocken. Aber welche Richtlinien gelten bei so einem Facebook-Gewinnspiel, welche Möglichkeiten gibt es, eine Facebook-Verlosung zu erstellen und was passiert am Ende des Gewinnspiels? Das erklären wir hier!

Richtlinien und Bedingungen bei Gewinnspielen auf Facebook

Gute Gründe für ein Facebook-Gewinnspiel scheint es von Leadgenerierung über Crowdsourcing bis zur simplen Steigerung der Aufmerksamkeit viele zu geben. Wichtig ist dabei aber, dass der Gewinnspiel-Post nicht gegen die Facebook-Richtlinien verstößt.

Die wichtigsten Richtlinien für Facebook-Gewinnspiele

Vorweg: Wir konzentrieren uns in diesem Artikel auf Chronik-Gewinnspiele bei Facebook, da diese im Vergleich zu App-Gewinnspielen deutlich weniger Daten vom User verlangen. So sinkt die Hemmschwelle, überhaupt erst am Gewinnspiel teilzunehmen.

Damit aber alles mit rechten Dingen zugeht, muss eine Verlosung auch die Facebook-Richtlinien einhalten. Diese finden Sie bei den Nutzungsbedingungen von Facebook unter dem Punkt Promotions.

Folgende Kriterien müssen erfüllt werden:

  • Die jeweiligen lokalen Rechte werden eingehalten.
  • Es wird explizit darauf hingewiesen, dass Facebook nicht für die Verlosung verantwortlich ist und nicht als Ansprechpartner zur Verfügung steht.
  • Das Gewinnspiel findet auf einer Unternehmensseite statt, nicht auf einem Privatprofil.

Besonders die letzte Regel sorgt oft für Verwirrung, weshalb wir hier einige Beispiele gesammelt haben, die für mehr Klarheit sorgen sollen:

Es ist erlaubt, dass Nutzer…

… den Gewinnspiel-Beitrag liken oder kommentieren.

… durch eine private Nachricht am Gewinnspiel teilnehmen.

… zur Teilnahme ein Bild auf der Unternehmensseite posten.

Es ist nicht erlaubt, dass Nutzer…

… den Beitrag teilen müssen, um am Gewinnspiel teilzunehmen.

… dazu aufgefordert werden, Freunde in den Kommentaren zu markieren.

… zur Teilnahme etwas auf ihrem eigenen Profil posten müssen.

Dies ist der Box-Titel

Zusammengefasst gilt: Wenn Sie für das Gewinnspiel verantwortlich sind, dürfen Sie User nicht dazu auffordern, etwas auf ihrem persönlichen Profil zu posten oder zu verändern (beispielsweise den Status). Alles, was mit dem Gewinnspiel verbunden ist, muss in der Chronik Ihrer Seite ablaufen. So einfach ist das.

Facebook-Gewinnspiele und DSGVO

Seit 25. Mai 2018 gelten offiziell die neuen Richtlinien zum Datenschutz (hier im Original nachzulesen). Auch für Facebook-Gewinnspiele bedeutet das: Es muss eindeutig offengelegt werden, welche personenbezogenen Daten gesammelt werden und zu welchem Zweck das geschieht.

Bei Gewinnspielen sammelt der Veranstalter automatisch personenbezogene Daten. Denn neben dem Profil, mit dem ein User teilnimmt, muss in der Regel auch eine Adresse angegeben werden, an die der Gewinn verschickt werden soll.

Wenn Sie noch nie ein Gewinnspiel veranstaltet haben, gehen Sie am Anfang lieber auf Nummer sicher, indem Sie sich juristische Beratung holen. Sobald Sie den Text zu den DSGVO-Verordnungen verfasst haben, verlinken Sie ihn direkt im Gewinnspiel-Post, damit klar ersichtlich ist, wo die Datenschutzregelungen zu finden sind.

gewinnspiel-auf-facebook
So sieht ein Facebook-Gewinnspiel aus.

Teilnahmebedingungen bei Gewinnspielen auf Facebook

Ob ein Gewinnspiel ordnungsgemäß abläuft, hängt auch von den Teilnahmebedingungen ab. Diese müssen zunächst einmal unmissverständlich und leicht zu finden sein. Das heißt nicht, dass alle Bedingungen im Gewinnspiel-Post stehen und diesen unnötig in die Länge ziehen müssen.

Stattdessen können Sie einen weiterführenden Link setzen, wo der User alles nachlesen kann, was mit dem Gewinnspiel zu tun hat. Folgende Pflichtangaben müssen (abgesehen von dem Hinweis, dass Facebook nicht verantwortlich ist), darin enthalten sein:

  • eine Erklärung der Datenschutzbedingungen bzw. der Hinweis, wo diese zu finden sind
  • ein Zeitrahmen: Wann beginnt bzw. endet das Gewinnspiel? Wann wird ausgelost?
  • Wer darf (nicht) teilnehmen?
  • Was ist der Gewinn und wie wird er ausgegeben?
  • Wer veranstaltet das Gewinnspiel?
  • Verursacht der Gewinn mögliche Zusatzkosten?
  • In welchem Fall verfällt der Gewinn?
  • Wie wird der Gewinner bestimmt und benachrichtigt?

Um sich schon von vornherein gegen den Worst Case abzusichern, bauen Sie am besten außerdem eine Freistellungsklausel in die Teilnahmebedingungen ein. Anders gesagt: Sie stellen klar, dass Sie bei eventuellen Rechtsverstößen der Teilnehmer – in Kommentaren, User Generated Content etc. – nicht verantwortlich sind.

Richtlinien und Bedingungen von Facebook Gewinnspielen
Die Teilnahmebedingungen müssen für den User einfach zu finden sein.

Ein Facebook-Gewinnspiel erstellen: Strategie und Beispiele

Die rechtlichen Grundlagen einer Facebook-Verlosung sind die eine Sache, das eigentliche Gewinnspiel eine ganz andere. Wir haben eine Schritt-für-Schritt-Anleitung sowie Beispiele und Ideen gesammelt, die Sie bei der Erstellung Ihres Gewinnspiels auf Facebook unterstützen sollen.

Gewinnspiel auf Facebook: Schritt für Schritt

1. Ziele definieren

Was möchten Sie mit Ihrem Gewinnspiel erreichen? Wollen Sie Ihre Reichweite ausbauen oder vielleicht die Interaktionen auf Ihrer Seite erhöhen? Die vorab definierten Ziele sind maßgeblich für Planung und Erfolg Ihres Facebook-Gewinnspiels.

2. Zeitraum und Budget festlegen

Über welchen Zeitraum soll das Gewinnspiel stattfinden? Beantworten Sie diese Frage bereits vorab und legen Sie fest, wie viel Budget dafür zur Verfügung steht.

3. Zielgruppe und Preis

Auch das beste Gewinnspiel wird nicht erfolgreich sein, wenn es seine Zielgruppe nicht erreicht. Die Auswahl des Preises ist somit besonders wichtig. Machen Sie sich Gedanken, was Ihre Zielgruppe interessieren könnte. Der ausgewählte Preis sollte auch zu Ihnen als Unternehmen passen.

4. Art des Gewinnspiels

Wie soll das Gewinnspiel aussehen? Hier kommen die vorher definierten Ziele wieder ins Spiel. Sie möchten mit der Verlosung Aufmerksamkeit erregen? Dann könnten Sie einen Fotowettbewerb veranstalten. Sie wünschen sich mehr Interaktionen auf Ihrer Seite? In diesem Fall wäre es sinnvoll, die Teilnahme an Likes und Kommentare auf Ihrer Seite zu knüpfen.

5. Auswertung

Das Gewinnspiel ist abgeschlossen und der Gewinner gekürt? Verpassen Sie nicht die Gelegenheit, den Erfolg Ihrer Verlosung auszuwerten. Die Ergebnisse können für zukünftige Gewinnspiele nützlich sein.

Dies ist der Box-Titel

Sehr empfehlenswert ist es außerdem, die Option der Zielgruppenoptimierung zu nutzen. Mit Funktionen wie Geotargeting können Sie einstellen, dass Ihr Gewinnspiel nur an User aus einer bestimmten Region ausgespielt wird.

Schließlich würde es zum Beispiel für eine Firma mit Sitz in Berlin keinen Sinn ergeben, in ganz Deutschland ein Gewinnangebot zu promoten – nur, um dem Gewinner dann mitzuteilen, er könne seinen Preis ausschließlich vor Ort einlösen.

Beispiel für ein Facebook-Gewinnspiel

Welches Gewinnspiel am besten ankommt, hängt natürlich immer davon ab, welches Ziel dahintersteckt – und ein Ziel sollte jede Maßnahme im Facebook Marketing haben. Nehmen wir also an, das Ziel soll es sein, Aufmerksamkeit zu generieren.

Eine Möglichkeit, das mit einem Gewinnspiel zu erreichen, wäre ein „Caption This“-Contest: Posten Sie ein witziges Foto, zum Beispiel von einem oder mehreren Mitarbeitern, und fordern Sie dazu auf, eine Bildunterschrift im Kommentar zu hinterlassen. Der Kommentar mit den meisten Likes gewinnt dann einen Gutschein.

Die Benefits eines solchen Contests liegen auf der Hand: Die User werden dazu aufgefordert, kreativ zu denken, während sie sich gleichzeitig durch witzige Kommentare scrollen können. So entsteht einerseits ein Wettbewerbscharakter mit Entertainment-Faktor, der stärker zum Mitmachen anregt als eine reine Auslosung, die ja letztendlich nichts als Glückssache ist. Andererseits gestaltet sich die Teilnahme sehr einfach und unkompliziert: Die User müssen wenige Daten preisgeben und die Hemmschwelle sinkt.

Ideen für Gewinnspiele auf Facebook

User Generated Content, wie im oben genannten Beispiel, ist eine Art Facebook-Gewinnspiel, die sehr gut funktionieren kann. Voraussetzung ist, dass die User aufgefordert werden, ihren Content (also in der Regel Bilder) in der Chronik jener Facebookseite zu posten, die das Gewinnspiel veranstaltet.

In diesem Fall werden alle Regeln eingehalten, denn auch wenn die Nutzer selbst aktiv werden, spielt sich alles ausschließlich auf der Anbieterseite ab. Achtung: Weisen Sie in den Teilnahmebedingungen unbedingt darauf hin, dass User die Bildrechte haben müssen!

Ebenso simpel wie effektiv sind außerdem Gewinnspiele, die zum Liken oder Kommentieren eines Beitrags auffordern. Denn je mehr Interaktionen der Gewinnspiel-Post bekommt, desto relevanter wird er vom Facebook-Algorithmus eingestuft und desto höher wird die Reichweite.

Facebook-Gewinnspiel: Auslosen und Gewinner benachrichtigen

Um am Ende der Verlosung einen Gewinner auszuwählen, stehen Ihnen mehrere Methoden zur Verfügung. Wichtig dabei ist, dass die Auslosung fair abläuft und der Gewinner möglichst nach Zufallsprinzip gezogen wird. Ein besonders beliebtes Tool dafür ist der Commentpicker. Dieser kann kostenlos genutzt werden.

Eine andere Möglichkeit ist es, den Gewinner anhand des kreativsten Kommentars mit dem meisten Likes auszulosen. Aber Achtung: Diese sind auch kaufbar. Die Wahrscheinlichkeit besteht also, dass Teilnehmer hier mogeln.

Das Gewinnspiel ist abgeschlossen, ein Gewinner steht fest – und jetzt? Überlegen Sie sich unbedingt rechtzeitig, wie Sie die Person am besten benachrichtigen. Denn von der Unternehmensseite einfach eine Nachricht an Privatpersonen zu schicken, ist nicht möglich.

Facebook Gewinnspiel Auswertung: Was passiert nach dem Auslosen bei Facebook-Gewinnspielen?
Der einfachste Weg, den Gewinner zu erreichen: Fordern Sie ihn per Kommentar auf, sich bei Ihnen zu melden.

Die Alternative dazu ist es, vom privaten Profil aus dem Gewinner eine Nachricht zu schreiben. Dabei wird Ihre Nachricht allerdings höchstwahrscheinlich im Ordner „Nachrichtenanfragen“ landen und kann dort allzu leicht übersehen werden. Bei dieser Variante der Benachrichtigung ist es umso wichtiger, in den Teilnahmebedingungen zu erwähnen, nach welchem Zeitraum der Gewinnanspruch verfällt – sicher ist sicher.

Die wohl einfachste Methode ist es, den Gewinner per Kommentar im Gewinnspielpost dazu aufzufordern, sich mit einer Privatnachricht zu melden. Denn Sie können zwar nicht von der Unternehmensseite aus dem User schreiben, andersherum ist das aber problemlos möglich.

Sie können außerdem den Beitrag in der Chronik Ihrer Seite teilen und den Gewinner darin verlinken – sofern Sie in den Teilnahmebedingungen erwähnt haben, dass der Gewinner öffentlich genannt wird. Nur so sind die Richtlinien erfüllt.

Achtung: Fakes bei Facebook-Gewinnspielen

Tatsächlich sind Fakes bei Gewinnspielen auf Facebook nicht allzu schwer zu erkennen, wenn man weiß, wonach man suchen muss. Ein Indiz ist die fehlende Verifizierung: Hat der Gewinnspielveranstalter keinen blauen Haken in seinem Profil, ist Vorsicht geboten.

Erkennbar sind Fake-Gewinnspiele außerdem an Aufforderungen, die mit den oben genannten Richtlinien eindeutig nicht konform sind. Da wäre zum Beispiel der anfangs genannte Aufruf, einen Beitrag zu teilen – legitim ist ein solches Gewinnspiel nicht. Auch von mysteriösen Angeboten, bei welchen der Sponsor „anonym bleiben“ will, ist abzuraten.

Aber was ist überhaupt der Sinn hinter den Fake-Gewinnspielen? Ganz einfach: Nutzerdaten sammeln. Denn die kann der Veranstalter äußerst gewinnbringend verkaufen und hat gleichzeitig keinerlei Ausgaben – den vermeintlichen Gewinn wird er schließlich nie ausgeben.

Damit Ihr Gewinnspiel seriös ist und auch so wirkt, sollten Sie sich also unbedingt an die Richtlinien halten und dafür sorgen, dass sich der Wettbewerb ausschließlich auf Ihrer Unternehmensseite abspielt. Teilnehmer müssen außerdem von vornherein genau wissen, welche Daten sie an den Veranstalter weitergeben, was damit geschieht und welche Bedingungen sonst noch gelten. Wenn Sie zudem ein konkretes Ziel im Auge haben, haben Sie alles richtig gemacht. Eigentlich doch nicht so schwer, oder?

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