Facebook-Gewinnspiel: Ihr Guide zu Richtlinien, Auslosung und Bedingungen

Facebook-Gewinnspiel: Alles über die Richtlinien

Wer kennt sie nicht, Aufforderungen wie „Teile diesen Beitrag, um am Gewinnspiel teilzunehmen“? Facebook-Gewinnspiele scheinen eine erstklassige Methode zu sein, neue und alte Fans anzulocken. Aber welche Richtlinien gelten bei so einem Facebook-Gewinnspiel, welche Möglichkeiten gibt es, eine Facebook-Verlosung zu erstellen und was passiert am Ende des Gewinnspiels? Das erklären wir hier!

Regeln & Richtlinien bei Gewinnspielen auf Facebook

Gute Gründe für ein Facebook-Gewinnspiel scheint es von Leadgenerierung über Crowdsourcing bis zur simplen Steigerung der Aufmerksamkeit viele zu geben. Wichtig ist dabei aber, dass der Gewinnspiel-Post nicht gegen die Facebook-Richtlinien verstößt.

Die wichtigsten Richtlinien für Facebook-Gewinnspiele

Vorweg: Wir konzentrieren uns in diesem Artikel auf Chronik-Gewinnspiele bei Facebook, da diese im Vergleich zu App-Gewinnspielen deutlich weniger Daten vom User verlangen. So sinkt die Hemmschwelle, überhaupt erst am Gewinnspiel teilzunehmen. Damit aber alles mit rechten Dingen zugeht, muss eine Verlosung auf Facebook unter anderem folgende Kriterien erfüllen:

  • Es wird explizit gesagt, dass Facebook nicht für die Verlosung verantwortlich ist und nicht als Ansprechpartner zur Verfügung steht.
  • Das Gewinnspiel geht von der Unternehmensseite aus, nicht von einem Privatprofil.

 

Sehr empfehlenswert ist es außerdem, die Option der Zielgruppenoptimierung zu nutzen. Mit Funktionen wie Geotargeting können Sie einstellen, dass Ihr Gewinnspiel nur an User aus einer bestimmten Region ausgespielt wird. Schließlich würde es zum Beispiel für eine Firma mit Sitz in Berlin keinen Sinn ergeben, in ganz Deutschland ein Gewinnangebot zu promoten – nur um dem Gewinner dann mitzuteilen, er könne seinen Preis ausschließlich vor Ort einlösen.

Abgesehen von diesen taktischen Überlegungen gibt es aber einige Regeln, die bei einem Facebook-Gewinnspiel nicht optional, sondern Pflicht sind.

Nicht erlaubt ist es,

  • User aufzufordern, Freunde in Kommentaren zu markieren
  • Automatisch alle Fans der Seite als Teilnehmer einzubeziehen
  • als Seitenadministrator unaufgefordert User in Kommentaren oder Bildern zum Gewinnspiel zu taggen, um sie zur Teilnahme zu animieren

 

Zusammengefasst gilt: Wenn Sie für das Gewinnspiel verantwortlich sind, dürfen Sie User nicht dazu auffordern, am persönlichen Profil etwas zu verändern. Alles, was mit dem Gewinnspiel verbunden ist, muss in der Chronik Ihrer Seite ablaufen. So einfach ist das.

Teilnahmebedingungen bei Verlosungen auf Facebook

Ob ein Gewinnspiel ordnungsgemäß abläuft, hängt auch von den Teilnahmebedingungen ab. Diese müssen zunächst einmal unmissverständlich und leicht zu finden sein. Das heißt nicht, dass alle Bedingungen im Gewinnspiel-Post stehen und diesen unnötig in die Länge ziehen müssen.

Richtlinien und Bedingungen von Facebook Gewinnspielen
Die Teilnahmebedingungen müssen für den User einfach zu finden sein.

Es heißt aber, dass Sie einen weiterführenden Link setzen müssen, wo der User alles nachlesen kann, was mit dem Gewinnspiel zu tun hat. Pflichtangaben sind (abgesehen von dem Hinweis, dass Facebook nicht verantwortlich ist):

  • eine Erklärung der Datenschutzbedingungen bzw. der Hinweis, wo diese zu finden sind
  • ein Zeitrahmen: Wann beginnt bzw. endet das Gewinnspiel? Wann wird ausgelost?
  • Wer darf (nicht) teilnehmen?
  • Was ist der Gewinn und wie wird er ausgegeben?
  • Verursacht der Gewinn mögliche Zusatzkosten?
  • In welchem Fall verfällt der Gewinn?
  • Wie wird der Gewinner bestimmt und benachrichtigt?

 

Um sich schon von vornherein gegen den Worst Case abzusichern, bauen Sie am besten außerdem eine Freistellungsklausel in die Teilnahmebedingungen ein. Anders gesagt: Sie stellen klar, dass Sie bei eventuellen Rechtsverstößen der Teilnehmer – in Kommentaren, User Generated Content etc. – nicht verantwortlich sind.

Ein Facebook-Gewinnspiel erstellen: Optionen

Die rechtlichen Grundlagen einer Facebook-Verlosung sind die eine Sache, das eigentliche Gewinnspiel eine ganz andere. Wir haben ein paar Beispiele und Ideen gesammelt, wie so ein Facebook-Gewinnspiel aussehen könnte!

Beispiel für ein Facebook-Gewinnspiel

Welches Gewinnspiel am besten ankommt, hängt natürlich immer davon ab, welches Ziel dahintersteckt – und ein Ziel sollte jede Maßnahme im Facebook Marketing haben. Nehmen wir also an, das Ziel soll es sein, Aufmerksamkeit zu generieren.

Eine Möglichkeit, das mit einem Gewinnspiel zu erreichen, wäre ein „Caption This“-Contest: Posten Sie ein witziges Foto, zum Beispiel von einem oder mehreren Mitarbeitern, und fordern Sie dazu auf, eine Bildunterschrift im Kommentar zu hinterlassen. Der Kommentar mit den meisten Likes gewinnt dann einen Gutschein.

Die Benefits eines solchen Contests liegen auf der Hand: Die User werden dazu aufgefordert, kreativ zu denken, während sie sich gleichzeitig durch witzige Kommentare scrollen können. So entsteht einerseits ein Wettbewerbscharakter mit Entertainment-Faktor, der stärker zum Mitmachen anregt als eine reine Auslosung, die ja letztendlich nichts als Glückssache ist. Andererseits gestaltet sich die Teilnahme sehr einfach und unkompliziert; die User müssen wenige Daten preisgeben und die Hemmschwelle sinkt.

Ideen für Gewinnspiele auf Facebook

User Generated Content, wie im oben genannten Beispiel, ist eine Art Facebook-Gewinnspiel, die sehr gut funktionieren kann. Voraussetzung ist, dass die User aufgefordert werden, ihren Content (also in der Regel Bilder) in der Chronik jener Facebookseite zu posten, die das Gewinnspiel veranstaltet.

In diesem Fall werden alle Regeln eingehalten, denn auch wenn die Nutzer selbst aktiv werden, spielt sich alles ausschließlich auf der Anbieterseite ab. Achtung: Weisen Sie in den Teilnahmebedingungen unbedingt darauf hin, dass User die Bildrechte haben müssen!

Ebenso simpel wie effektiv sind außerdem Gewinnspiele, die zum Liken oder Kommentieren eines Beitrags auffordern. Denn je mehr Interaktionen der Gewinnspiel-Post bekommt, desto relevanter wird er vom Facebook-Algorithmus eingestuft und desto höher wird die Reichweite.

Auswertung: Was passiert nach dem Auslosen bei Facebook-Gewinnspielen?

Das Gewinnspiel ist vorbei, ein Gewinner steht fest – und jetzt? Überlegen Sie sich unbedingt rechtzeitig, wie Sie die Person am besten benachrichtigen. Denn von der Unternehmensseite einfach eine Nachricht an Privatpersonen zu schicken, ist nicht möglich.

Die Alternative dazu ist es, vom privaten Profil aus dem Gewinner eine Nachricht zu schreiben. Dabei wird Ihre Nachricht allerdings höchstwahrscheinlich im Ordner „Nachrichtenanfragen“ landen und kann dort allzu leicht übersehen werden. Bei dieser Variante der Benachrichtigung ist es umso wichtiger, in den Teilnahmebedingungen zu erwähnen, nach welchem Zeitraum der Gewinnanspruch verfällt – sicher ist sicher.

Facebook Gewinnspiel Auswertung: Was passiert nach dem Auslosen bei Facebook-Gewinnspielen?
Der einfachste Weg den Gewinner zu erreichen, ist es, ihn per Kommentar aufzufordern, sich bei Ihnen zu melden.

Die wohl einfachste Methode ist es, den Gewinner per Kommentar im Gewinnspielpost dazu aufzufordern, sich mit einer Privatnachricht zu melden. Denn Sie können zwar nicht von der Unternehmensseite aus dem User schreiben, andersherum ist das aber problemlos möglich.

Sie können außerdem den Beitrag in der Chronik Ihrer Seite teilen und den Gewinner darin verlinken – sofern Sie in den Teilnahmebedingungen erwähnt haben, dass der Gewinner öffentlich genannt wird. Nur so sind die Richtlinien erfüllt.

Verlosung auf Facebook: Was ist erlaubt?

So einfach es theoretisch auch sein mag, ein Gewinnspiel zu erstellen: Wer sich nicht an die Regeln hält, muss mit Abstrafungen rechnen. Und doch sind Fake-Gewinnspiele und Verstöße gegen die DSGVO leider keine Seltenheit bei Facebook-Verlosungen.

Facebook-Gewinnspiele und DSGVO

Seit 25. Mai 2018 gelten offiziell die neuen Richtlinien zum Datenschutz (hier im Original nachzulesen). Auch für Facebook-Gewinnspiele bedeutet das: Es muss eindeutig offengelegt werden, welche personenbezogenen Daten gesammelt werden und zu welchem Zweck das geschieht.

Bei Gewinnspielen sammelt der Veranstalter automatisch personenbezogene Daten. Denn neben dem Profil, mit dem ein User teilnimmt, muss in der Regel auch eine Adresse angegeben werden, an die der Gewinn verschickt werden soll.

Wenn Sie noch nie ein Gewinnspiel veranstaltet haben, gehen Sie am Anfang lieber auf Nummer Sicher, indem Sie sich juristische Beratung holen. Sobald Sie den Text zu den DSGVO-Verordnungen verfasst haben, verlinken Sie ihn direkt im Gewinnspiel-Post, damit klar ersichtlich ist, wo die Datenschutzregelungen zu finden sind.

Fakes bei Facebook-Gewinnspielen

Tatsächlich sind Facebook-Gewinnspiele nicht allzu schwer zu erkennen, wenn man weiß, wonach man suchen muss. Ein Indiz ist die fehlende Verifizierung: Hat der Gewinnspielveranstalter keinen blauen Haken in seinem Profil, ist Vorsicht geboten.

Erkennbar sind Fake-Gewinnspiele außerdem an Aufforderungen, die mit den oben genannten Richtlinien eindeutig nicht konform sind. Da wäre zum Beispiel die eingangs genannte Aufforderung, einen Beitrag zu teilen – legitim ist ein solches Gewinnspiel nicht. Auch bei mysteriösen Angeboten, deren Sponsor „anonym bleiben“ will, ist Vorsicht geboten.

Aber was ist überhaupt der Sinn hinter den Fake-Gewinnspielen? Ganz einfach: Nutzerdaten sammeln. Denn die kann der Veranstalter äußerst gewinnbringend verkaufen und hat gleichzeitig keinerlei Ausgaben – den vermeintlichen Gewinn wird er schließlich nie ausgeben.

Damit Ihr Gewinnspiel seriös ist und auch so wirkt, sollten Sie sich also unbedingt an die Richtlinien halten und dafür sorgen, dass sich der Wettbewerb ausschließlich auf Ihrer Unternehmensseite abspielt. Teilnehmer müssen außerdem von Vornherein genau wissen, welche Daten sie an den Veranstalter weitergeben, was damit geschieht und welche Bedingungen sonst noch gelten. Wenn Sie zudem ein konkretes Ziel im Auge haben, haben Sie alles richtig gemacht. Eigentlich doch nicht so schwer, oder?

Keyvan

Es gab genau zwei Möglichkeiten: Entweder ich rege mich weiter über vermeintliche Social Media und Content Marketing "Profis" auf oder ich tue etwas dagegen - ich habe mich für Letzteres entschieden und gründete gemeinsam mit meinem Co-Partner die Hamburger Social Media Agentur media by nature, denn: Wir lieben Facebook, Instagram, Twitter & Co. und wissen genau welche Taktiken hier für langfristige und nachhaltige Ergebnisse sorgen. Übrigens: meinen Kaffee trinke ich immer schwarz und freie Minuten gehören voll und ganz meiner kleinen Familie zuhause.