Verantwortung 2.0 – Influencer und ihre Pflichten

Wenn man das Jahr 2017 in einem Wort beschreiben müsste, dann würde es „Influencer“ lauten. In keinem Jahr zuvor, gab es so viele neue Influencer und Artikel zum Thema wie in diesem. Aber seit dem neuen Instagram Algorithmus, durch welchen die Bilder nicht mehr in chronologischer Reihenfolge sondern nach Interaktion angezeigt werden, ist das Leben als Influencer um einiges schwerer geworden.

Influencer – der neue Traumjob?

Heute bewirbt man sich nicht mehr fleissig für eine Ausbildung, sondern hat einen Blog oder Instagramaccount und wird Influencer. Ist natürlich viel einfacher, man spart sich ja die Ausbildung. Und wir alten Hasen wissen: »Lehrjahre sind keine Herrenjahre.« und verdienen tut man sowieso nichts.

Also werden Outfits und Produkte in Szene gesetzt wie bei einem großen Modemagazin und die Abonnentenzahl nach oben getrieben um dann als Influencer ganz groß rauszukommen.

Kaputtes Influencer Marketing 

Anfang Juni schrieb André Krüger schon in seinem neusten Artikel in der w&v, das Influencer Marketing wäre kaputt. Aber warum?

Durch den neuen Algorithmus (ich hatte diesen oben kurz erwähnt) werden die Bilder nicht mehr allen angezeigt, sprich es fehlt Interaktion! Fehlende Interaktion führt zu sinkenden Abonnenten und dies macht sich am Ende in den Preisen, die Influencer für ihre Arbeit verlangen können, bemerkbar. Also muss man sich irgendwie wieder an die Spitze der Timeline pushen und dies läuft oft nicht ganz rechtens ab. Schnell kauft man sich 10.000 Abonnenten für 9,90€, dann noch ein paar Likes und Kommentare und schon sieht der Account super aus.

Viele sind auch in verschiedenen Comment Pods, diese gibt es unter Freunden, und man postet hier einfach sobald ein neues Foto online ist. Dann gehen die Mitglieder der Gruppe auf das Foto um es zu Liken und zu Kommentieren. Das sollte möglichst direkt nach der Veröffentlichung des Fotos passieren, denn nur dann belohnt Instagram das Foto mit einer besseren Sichtbarkeit.

Was im Hintergrund passiert und wieviel Reichweite der Influencer wirklich hat, weiß nur er selbst. Firmen achten oftmals nicht darauf woher die Abonnenten sind, sondern nur auf die Zahl. Und je höher diese ist, desto eher sind die Firmen dazu bereit Geld in die Hand der Influencer zu legen.

Schade eigentlich!

Wie war das jetzt mit der Verantwortung?

Wahrscheinlich hast du dich schon gefragt wann wir auf den Punkt kommen. Aber manchmal muss man leider ein bisschen ausholen.

Wie also eingangs erwähnt wollen alle Influencer sein, viele tolle Produkte bekommen, von Zuhause oder vom Strand arbeiten und dabei auch noch richtig viel Geld verdienen. Ihr müsst zugeben, das klingt schon sehr verlockend.

Aber zurück zum Thema Geld verdienen. Kostenlose Handtaschen, Klamotten und Make-up bezahlen leider nicht die Miete. Sprich Influencer verlangen (zurecht!) Geld für ihre Arbeit. Aber damit die Kasse richtig klingelt, nehmen viele Aufträge an, die überhaupt nicht zu ihnen passen. Hauptsache den Gegenstand in die Kamera gehalten, in den Himmel gelobt und in den Kontostand verliebt.

Und was ist mit den Abonnenten?

Ja – die stehen jetzt da und denken, dass wären tolle Produkte. Vor allem die jüngere Generation, will dem Vorbild nacheifern und kauft brav jedes einzelne Produkt. Klar, den Hersteller freut das, den Influencer wahrscheinlich auch.

Aber sind wir mal ehrlich, wäre es nicht besser wenn Influencer ihre Produkte wirklich ordentlich auswählen würden? Nur ihren Namen für Produkte hergeben, hinter denen sie auch wirklich stehen? Und am wichtigsten, wenn ein Schrott Produkt dabei ist, dann sagt das doch. Auch wenn viele Unternehmen sich eine positive Berichterstattung wünschen oder das teilweise sogar fordern, heißt es nicht dass man dies tun muss. Eigene Meinung bleibt eigene Meinung.

Also liebe Influencer,

euer Job ist hart und mit Sicherheit auch nicht mit 8 Stunden täglich erledigt. Ihr seid absolut austauschbar, jeden Tag gibt es viele die euren Job wollen und ihr müsst immer wieder gegen neue Algorithmen abkämpfen. Aber, nehmt doch bitte trotzdem nicht jeden Job an. Sagt eure eigene Meinung. Lasst euch für die Jobs, die ihr annehmt, ordentlich bezahlen und nicht nur mit den Produkten abspeisen und hört auf euch Follower zu kaufen. Das zerstört am Ende nur das Business und hilft keinem.

Danke! 

 

Keyvan

Es gab genau zwei Möglichkeiten: Entweder ich rege mich weiter über vermeintliche Social Media und Content Marketing "Profis" auf oder ich tue etwas dagegen - ich habe mich für Letzteres entschieden und gründete gemeinsam mit meinem Co-Partner die Hamburger Social Media Agentur media by nature, denn: Wir lieben Facebook, Instagram, Twitter & Co. und wissen genau welche Taktiken hier für langfristige und nachhaltige Ergebnisse sorgen. Übrigens: meinen Kaffee trinke ich immer schwarz und freie Minuten gehören voll und ganz meiner kleinen Familie zuhause.