Instagram-Algorithmus: So erhöhen Sie die organische Reichweite

Instagram-Algorithmus: So erhöhen Sie die organische Reichweite

Sehen und gesehen werden, das ist der Slogan, der auf alle sozialen Medien zutrifft. Darunter natürlich auch auf Instagram. Die Sache ist jedoch die: Was die 1 Mrd. Instagram-Nutzer weltweit in ihrem Feed sehen, ist nicht immer einfach zu durchschauen. Sicher ist nur, dass eine chronologische Reihenfolge seit einigen Jahren Geschichte ist. Wir erklären, wie der Instagram-Algorithmus funktioniert und wie Sie Ihre Reichweite erhöhen können. 

Was ist der Algorithmus und wie funktioniert er? 

Warum gibt es sie eigentlich nicht mehr, die chronologische Reihenfolge? Laut Angaben des Unternehmens bekamen User ca. 70 % aller Posts nie zu Gesicht. Die Begründung leuchtet ein: Jeder User hat eine Vielzahl von Accounts, denen er folgt. Wenn minütlich neue Bilder und Videos zu finden sind, geht der Überblick schnell verloren. 

Was ist der Algorithmus und wie funktioniert er?
Der Instagram-Algorithmus beurteilt, was Ihre Follower auf den ersten Blick sehen möchten.

Aus diesem Grund hat Instagram einen Algorithmus entwickelt, dessen ausgereiftes System aufgrund von Schlüsselsignalen und Maschinellem Lernen beurteilt, was Ihre Follower auf den ersten Blick sehen möchten.

Übrigens: Der Algorithmus greift unterschiedlich stark in die Reihenfolge der Posts ein. Abhängig ist dies von der Anzahl an Accounts, denen man folgt. Wir stellen die wichtigsten Rankingfaktoren vor und erklären, was Sie dazu wissen müssen. 

Interesse

Instagram zeigt seinen Usern, was ihnen gefällt. Denken Sie einmal kurz daran, was Sie häufig auf Instagram liken? Alpakas, Hundewelpen, Kochrezepte oder Reisefotos – was auch immer es ist, dank des Algorithmus bekommen Sie diese Beiträge häufiger zu Gesicht. 

Zudem erkennt Instagram sogar, ob lieber mit Bildern oder Videos interagiert wird. Und selbst wenn ein Post nicht mit einem Herzchen versehen wird, misst die Plattform die Verweildauer, um maßgeschneiderte Vorschläge präsentieren zu können. 

Wichtig für Sie: 

Ihr Ziel sollte es sein, viele Likes und noch mehr Kommentare zu erhalten, denn das zeigt, dass Ihre Posts für die User von Interesse sind. Doch nicht nur die Zahl der Interaktionen ist entscheidend, sondern auch, wie schnell ein Post Aufmerksamkeit erregt.

Aktualität 

Obwohl die chronologische Ordnung der Vergangenheit angehört, spielt seit März 2018 das Veröffentlichungsdatum doch wieder eine wichtigere Rolle. Je neuer, desto weiter oben wird ein Post platziert. Auch das ein wichtiges Kriterium des Algorithmus.

Wichtig für Sie: 

Posten Sie erstens regelmäßig und zweitens zur richtigen Zeit. Welcher Zeitpunkt das für Sie ist, erklären wir Ihnen in unseren Tipps gegen Ende dieses Beitrags.

Interaktionen

Nicht nur die Zahl der Follower entscheidet darüber, wo der Post eines Users im Feed erscheint. Sonst wäre Taylor Swift ja immer an erster Stelle und Ihre Mutter, die bisher zwei Bilder von Blumen gepostet hat, ganz am Ende Ihres Feeds. 

Der Algorithmus sorgt dafür, dass User bis zu 90 % aller Bilder und Videos von Freunden und Familie zu Gesicht bekommen. Die Beziehung spielt also eine wichtige Rolle, schließlich liken wir öfter Bilder der besten Freundin als von entfernten Bekannten und sehen lieber Storys unserer Lieblingsmarke als eine Werbung zu betrachten, die uns nicht interessiert. 

Wichtig für Sie: 

Ihre Aufgabe lautet also Beziehungsarbeit. Interagieren Sie mit Ihren Usern und fordern Sie diese auf, auf Ihre Posts zu reagieren.

Nutzungshäufigkeit & Verwendung

Ob und wie stark der Algorithmus eingreift, ist stark abhängig vom Benutzerverhalten. Wenn mehrmals täglich durch den Feed gescrollt wird, findet sich natürlich im Normalfall das Neueste vom Neusten ganz oben. Wenn die App hingegen nur einmal täglich geöffnet wird, kann es sein, dass Bilder angezeigt werden, die schon einige Tage alt sind. Der Algorithmus misst dabei auch, wie lang die App jeweils geöffnet ist und folglich, welche Bilder wahrscheinlich nicht gesehen werden. 

Wichtig für Sie: 

Es ist eigentlich eine gute Nachricht zu wissen, dass auch Bilder gesehen und mit einem „gefällt mir“ markiert werden, die Sie schon vor einigen Tagen gepostet haben.

Instagram-Mythen: Was stimmt und was nicht? 

Gleichzeitig ranken sich um den Instagram-Algorithmus 2019 so einige Gerüchte. Instagram selbst hat einige davon inzwischen widerlegt. Was ist dran an den Mythen rund um das Instagram-Marketing? 

Instagram Videos vor Bilder
Um den Instagram-Algorithmus gibt es einige Mythen.

Videos vor Bildern

Im Unterschied zu Facebook, dessen Algorithmus klar Bilder bevorzugt, wird bei Instagram rein nach Interesse priorisiert. Relevant ist zudem die Verweildauer, was bedeutet, dass Videos dennoch etwas die Nase vorn haben. 

 „Ich sehe nicht mehr alles“ 

Der Algorithmus ist nicht dafür geschaffen, dass Posts verloren gehen. Wer lange genug scrollt, sieht trotzdem weiterhin alle Posts. Einige Ausnahmen gibt es, die allerdings der Benutzer selbst in der Hand hat: Wer einem Account nicht mehr folgt, findet logischerweise keine Bilder mehr im Feed. Auch wer einen User auf stumm geschalten hat, sieht die Bilder nur dann, wenn er direkt auf das Profil klickt. 

Neu ist immer besser

Der Mythos lautet: Wer viele neue Features (also Live-Videos, Storys etc.) verwendet, scheint im Feed weiter oben auf. Das ist nicht richtig. Tatsächlich spielt die Art des Contents für Instagram nur eine untergeordnete Rolle. Trotzdem haben die neuen Features viel Potential. Wer sie geschickt für Storytelling verwendet, kann so seine Reichweite erhöhen. 

Die Sache mit den Ads

Es wäre sehr schön, wenn die organische Reichweitenerhöhung unschlagbar wäre. Doch je mehr Accounts es gibt, desto mehr Konkurrenz gibt es natürlich auch und desto mehr Einsatz ist in der Folge notwendig. Wer da Anzeigen schaltet, steht sicher nicht als der Dumme da. Einen „Erpressungsversuch“ von Seiten Instagrams, damit die User noch mehr Geld ausgeben, gibt es nicht.

Und doch: Nur Werbung zu schalten ist nicht ausreichend. Eine organische und kommerzielle Erhöhung der Reichweite muss her, auch um neue Follower zu erhalten! 

Zuviel ist zu viel 

In der Instagram-Welt ist häufig von einem sogenannten Shadowban die Rede. Er dient dazu, Spammer davon abzuhalten, reihenweise Posts und Kommentare zu hinterlassen. In diesem Fall wird die Sichtbarkeit der betreffenden Personen empfindlich eingeschränkt. Doch eine Strafe für zu viele Likes, Posts oder Hashtags ist ein Mythos. 

Was nicht bedeutet, dass es nicht trotzdem notwendig ist, die zur Verfügung stehenden Mittel bewusst einzusetzen. Das kann zum Beispiel bedeuten, nur Hashtags zu wählen, die relevant für den Content sind, nicht zu viele Posts direkt hintereinander zu veröffentlichen und natürlich auf keinen Fall die Community-Regeln zu brechen. 

Facebook vs. Instagram: Steckt dahinter der gleiche Algorithmus? 

Instagram gehört zwar seit einiger Zeit offiziell zu Facebook. Doch kann man deshalb sagen: Facebook = Instagram? Diese Rechnung geht nicht auf. Obwohl einige Faktoren ähnlich dem Facebook-Algorithmus sind, gibt es doch auch Unterschiede. 

Facebook oder Instagram?
Facebook-Algorithmus ist nicht gleich Instagram-Algorithmus!

So werden bei Instagram nur die Posts der Freunde angezeigt, nicht aber Posts, mit denen diese interagiert haben. Das Katzenvideo, in dem Ihr Cousin also von seinem Arbeitskollegen getaggt wurde, kriegen sie nicht zu Gesicht. 

Updates: Algorithmus auf dem Stand 2019

Instagram nimmt immer wieder wichtige Änderungen vor, um dem Ziel, Freunde besser untereinander vernetzen zu können, gerecht zu werden. Werfen wir einen Blick auf die wichtigsten Änderungen in Sachen Algorithmus. 

März 2018: Neu, neuer, Instagram 

Der März 2018 brachte die Einführung eines Neue Posts-Button, mit dem es seither möglich ist, neue Beiträge ansehen zu können. Ein Entgegenkommen für alle, die die Chronologie vermisst hatten. 

Mai 2018: Stumm geschalten 

Zu viele Posts? Posts, die Sie einfach nicht interessieren? Seit Mai 2018 haben Sie die Möglichkeit, einzelne Profile stumm zu schalten. Das bedeutet, Sie folgen dem Profil nach wie vor, sehen die Bilder allerdings nicht mehr im Feed. Diese Entscheidung, von der der andere übrigens nichts ahnt, kann jederzeit rückgängig gemacht werden.

Auch ansonsten ist Instagram nicht untätig. Ob empfohlene Beiträge oder neue Funktionen, die die Interaktion erhöhen sollen – Updates bedeuten immer, dass man sich neu auf Instagram einstellen muss. 

Tipps & Tricks: So erscheinen Ihre Posts ganz oben im Feed   

Was können Sie also tun, um den Algorithmus für sich zu nutzen, wenn er sich schon nicht auszutricksen lässt? Die Mutter aller Weisheiten lautet: Kennen Sie Ihre Zielgruppe. 

#1 Großartiger Content

Bilder, wie sie schon hundertmal über den Bildschirm geflogen sind, langweilige Bildunterschriften mit Hashtags, die nicht dazu passen – so sollte Ihr Profil nicht aussehen. Stattdessen lautet die Devise Storytelling: Wecken Sie das Interesse der Leser in den Bildunterschriften. Wenn diese ausgeklappt und gelesen werden, haben Sie schon gewonnen. 

#2 Großartige Bilder 

gute Bilder auf Instagram: Ein Muss
© enginakyurt – stock.adobe.com

Veröffentlichen Sie, was so noch nie dagewesen ist. Schaffen Sie Highlights und nehmen Sie neue Blickwinkel ein. Das zwanzigste Burgerfoto im Feed wird wohl niemandem mehr als ein müdes Lächeln entlocken, der Firmenausflug mit Bubble Ball-Boomerang hingegen kann das Image Ihres Unternehmens unterstreichen. 

#3 Großartig lang

Zu langer Content oder zu ausführliche Videos können natürlich langweilen, doch mehrere Bilder in einer Slideshow oder Videos, die richtig gut gemacht sind, können die Verweildauer steigern und sind deshalb ein guter Ratschlag für alle, die ihre Posts ganz oben im Feedback wissen wollen. 

#4 Großartig getimt 

Nutzen Sie die Instagram Insights Ihres Business-Accounts, um herauszufinden, wann Ihre Follower am häufigsten online sind und posten Sie zu diesen Zeiten. Das macht sich bezahlt! 

#5 Großartige Hashtags 

die richtigen Instagram Hashtags

Die Hashtags haben wir bereits angesprochen. Es ist eine hohe Kunst, in Fließtexte Hashtags so einzubauen, dass Ihre Posts gefunden werden, Relevanz ausstrahlen, aber nicht zu viel sind. Informieren Sie sich über beliebte Hashtags wie #tbt oder #photooftheday, finden Sie aber auch Hashtags, die zu Ihrem Unternehmen perfekt passen. Und das nicht zuletzt deshalb, weil es seit einiger Zeit die Option gibt, auch einzelnen Hashtags zu folgen. 

#6 Großartige Interaktion 

Und zu guter Letzt: Der Call-to-Action. Bewegen Sie Ihre User zur Interaktion, doch das nicht mit der Brecheisen-Methode, sondern möglichst subtil. Besonders bewährt haben sich hier Rätsel à la „Na, wo sind wir heute unterwegs?“. Weitere Möglichkeiten sind Gewinnspiele, die vor allem über Kommentare funktionieren sollten („Mit wem würdest du gerne ein Wochenende in Hamburg verbringen?“), Umfragen oder die Einladung zu einem Meinungsaustausch. 

Noch ein wichtiger Tipp am Ende: Sie können Ihre User auch ermutigen, Benachrichtigungen zu aktivieren, sodass sie jeden Ihrer Posts sofort sehen können. Das geht ganz einfach über die drei Pünktchen neben einem Ihrer Posts. Und jetzt? Bleibt nur noch das Ausprobieren!

Keyvan

Es gab genau zwei Möglichkeiten: Entweder ich rege mich weiter über vermeintliche Social Media und Content Marketing "Profis" auf oder ich tue etwas dagegen - ich habe mich für Letzteres entschieden und gründete gemeinsam mit meinem Co-Partner die Hamburger Social Media Agentur media by nature, denn: Wir lieben Facebook, Instagram, Twitter & Co. und wissen genau welche Taktiken hier für langfristige und nachhaltige Ergebnisse sorgen. Übrigens: meinen Kaffee trinke ich immer schwarz und freie Minuten gehören voll und ganz meiner kleinen Familie zuhause.